Verhaltenstherapie (VT)
In der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass alles Verhalten erlernt ist. Dazu gehört auch das Verhalten, das man selbst als störend empfindet oder das auch psychischen Erkrankungen zugrunde liegt. Daher kann man Verhalten auch wieder verlernen oder auch umlernen.
So gibt es dafür in der VT Methoden wie z. B. Genußtraining, Kommunikationstraining oder auch die Systematische Desensibilisierung. Bei letzterer wird zunächst eine Hierarchie der angstbesetzten Situationen erstellt. Danach begibt man sich, nach gründlicher Vorbereitung, gemeinsam mit der Therapeutin oder alleine in die noch am wenigsten angstbesetzte Situation (Reizkonfrontation), bis man sie bewältigen kann. Danach geht man in die nächst höhere angstbesetzte Situation. Die Hierarchie wird so Ebene für Ebene bis zur letzten und schwierigsten Situation durchgegangen. So kann man in kleinen Schritten die Angstsituationen bewältigen.
Die Therapie muss nicht immer in den Räumen der Praxis stattfinden. Bei situativen Ängsten (z.B. Angst vor Straßenbahn fahren) begeben wir uns nach gründlicher Vorbereitung in die von Ihnen vermiedenen Situationen außerhalb der Praxis. Sie stellen sich den Situationen in einer Ihnen und Ihrem Tempo angepassten Art und Weise und lernen so, Ihre Ängste langfristig zu überwinden. Dies hat sich in der Praxis sehr bewährt.
In der VT umfasst Verhalten nicht nur die äußerlich sichtbaren Handlungen, sondern auch die innere Aktivität wie Gedanken, Gefühle und körperliche Prozesse (kognitive Verhaltenstherapie). Man lernt zunächst sich zu beobachten und problematische Gedanken zu erkennen. Danach überprüft man sie z. B. mit Hilfe der Fragen, ob sie realistisch und hilfreich sind, um dann Alternativen zu entwickeln.
Außerdem gibt es noch die achtsamkeitsbasierten Vorgehensweisen. Hier nimmt man die Perspektive des inneren Beobachtens ein. Das heißt man übt sich darin, seine inneren Vorgänge, Gedanken, Gefühle oder körperlichen Prozesse in einer neugierigen, wohlwollenden Haltung gleichzeitig wahrzunehmen und zu beobachten, ohne sie zu verändern. Dadurch kann man etwas Abstand zu seinen Gedanken und Gefühlen bekommen und lernt, sich z. B. von depressiven Gedanken oder Ängsten nicht bestimmen zu lassen.